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Gletscher 29.12.2015
Das grandiose Frühstückbuffet in unserem Hotel konnten wir gar nicht richtig genießen denn wir mussten früh aufbrechen. Heute ging es auf eine Bootstour auf die wir besonders gespannt waren. Die Tour selbst ist klassisch –Upsala und Spegazzini Gletscher, der Rest ist zur Zeit unzugänglich. Wir hatten hin und her überlegt ob wir die 50,00 US$ pro Person für den VIP Bereich (Admirals Club) noch zusätzlich ausgeben wollten oder nicht. Letztendlich haben wir uns dafür entschieden und es nicht bereut. Wir (max. 18 Personen + 2 „Betreuer/Bespaßer“) saßen abgetrennt vom Rest mit dem Captain im oberen vorderen Bereich des Schiffes. Zu unserer Freude gab es sogar zwei kleine Balkone, die nach kurzer Zeit für uns geöffnet wurden.
Der Service war einmalig, Getränke so viel, wann immer und was man wollte, die Sitze deutlich bequemer (breiter und dick gepolstert) wie in der Holzklasse, kein hoher Lärmpegel, kein ständiges hin und her – ein rund um sorglos Paket, einfach perfekt. Dazu kam, dass das Wetter anfangs phantastisch war; blauer Himmel wohin man sah; nachher zog es sich leider etwas zu um zum Schluss dann wieder ganz aufzuklaren.
War es anfangs noch die Farbe des Lago Argentino, die einen in den Bann zog waren es kurz darauf schon die Eisberge die uns vom Uppsala Gletscher entgegen kamen. Leider können die Boote nicht sehr nah an die Gletscherkante heranfahren, da sollte es zu einer Ruptura kommen dies verheerende Auswirkungen auf die „kleinen“ Boote haben könnte (anscheinend soll die Gletscherfront dann über die ganze Länge abbrechen). Also begnügten wir uns mit einem Blick auf die gigantisch große Gletscherfront von weitem und genossen die sehr nah an uns liegenden Eisberge in ihren unterschiedlich farblichen Facetten.
Nach dem obligatorischen Einholen eines kleinen Gletschereisbrockens ging es weiter zum nächsten Gletscher. Während der Fahrt genossen wir neben der Landschaft unseren ersten Whisky mit Gletschereis.
An den Spegazzini Gletscher konnte das Boot sehr nah heranfahren und vor allem die blau schimmernden Spitzen des Gletschers hatten es uns angetan. Eine kleinere Ruptura konnten wir auch vom Boot aus betrachten.
Erschreckend war wieder, dass sich die Leute alle vor dem Gletscher fotografieren lassen mussten – ohne Selfie scheint heute nichts mehr zu gehen. Selbst im VIP Bereich hatten wie eine Familie, die ohne Selfie alle 3 Minuten nicht leben konnten und sich dann jedes Mal auf den kleinen Balkonen oben breit machten.
Es geht doch nicht um die Personen, die kennt man doch – es ist doch die Landschaft, die so grandios ist und die es nicht verdient hat als Hintergrund für einige selbstverliebte A…. zu dienen. Schade, es ist echt ein erschreckender Trend – der uns manchmal das Fotografieren verleidet hat.
Aber abgesehen von diesen Exzessen war der Bootsausflug grandios, der Mehrpreis für den VIP Bereich hat sich gelohnt und das Wetter hat mal wieder super mitgespielt. Nach dem zweiten Gletscher gab es noch etwas zu essen und das Boot machte sich auf die Heimreise.
Da wir nun mal in der Nähe des Perito Moreno waren und wir Traumwetter hatten, fuhren wir direkt nach dem Bootstrip zum Gletscher. Wir mussten unten auf dem Parkplatz parken – oben ist nur für Busse bzw. zum Be- und Entladen von Touristen vorgesehen. Nach dem wir uns orientiert und den Weg zum Gletscher gefunden hatten, verschlug es uns auch schon nach kurzer Zeit die Sprache, als wir den Gletscher in der Ferne vor uns sahen. Wunderschön!
Es dauerte jedoch noch einige Zeit, bis wir über die Holzstege zum engsten Stück gelangten. Wir hatten ziemliches Glück, denn kurz nachdem wir unsere Fotos im Kasten hatten, zog sich der Himmel zu und es wurde auch direkt merklich kühler. Wir hatten sogar so viel Glück, dass wir mitbekamen wir vor uns ein sehr dicker Eisbrocken aus der Gletscherfront abbrach und im Zeitlupentempo ins Wasser fiel. Noch mehr Glück war, dass die Kameras schon irgendwie in weiser Vorahnung auf dieses Stück gerichtet waren und die Ruptura von Anfang an auf Foto und Video eingefangen werden konnte.
Zum Abschluss dieses ereignisreichen Gletschertages ging es noch ins Gletschermuseum und in die sich darin befindende Gletscherbar. Hier wird aus Eisbechern getrunken und bei -10° C ist es empfindlich kalt.
Dadurch dass es erst so spät dunkel wurde, konnten wir von unserem Hotel noch die Aussicht auf den See und die schneebedeckten Berge bei einigen Australs genießen und das Erlebte vom Tag Revue passieren lassen.

Hotel: Boutique Hotel La Cantera (165,53 US$ inkl. Tax)
Highlight: Perito Moreno, Eisberge, VIP/Admirals Club
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