HuWo Reisen
    
   


  

Arequipa - Die weiße Stadt

Die rund 1.000 km südlich von Lima auf 2.350 m Höhe liegende Stadt Arequipa ist eine wunderschöne Stadt. Die im Jahre 1540 an der Stelle einer früheren Inka-Stadt von den Spaniern gegründete Stadt hat nichts gemein mit dem hektischen und überfüllten Lima, obwohl sie nach Lima das zweitgrößte urbane Zentrum Perus und eine der reichsten Regionen des Landes ist. Da ihre Kirchen und Paläste aus dem charakteristischen weißen Tuffstein (sillar) erbaut wurden, trägt sie auch den Beinamen "Die Weiße Stadt".
Arequipa liegt in einer fruchtbaren Flussoase zu Füßen der Vulkane Misti (5.822 m), Chachani (6.075 m) und Pichu Pichu (5.425 m) und bietet ganzjährig ein angenehmes Klima mit 360 Sonnentagen. Die fruchtbaren Felder am Ufer des Río Chili machen die Landwirtschaft und die Viehzucht zu einer der Haupteinnahmequellen und bescheren ihr Reichtum und Wohlstand, den man in den wunderschönen, ehrwürdigen, alten Patrizierhäusern wiedererkennt.
Mittelpunkt der Stadt ist, wie in den meisten Städten Perus, die Plaza de Armas. Neben der beeindruckenden Kathedrale liegen um die Plaza herum zweigeschossige Arkaden, in denen gemütliche Cafés und Restaurants sind, von deren Terasse aus man einen phantastischen Blick auf den Platz, die Fassade der Kathedrale sowie die Vulkane im Hintergrund hat. Von hier oben aus hat man auch einen tollen Blick auf das bunte Treiben der Arequipenos - alte Männer in hitzigen politischen Debatten, Kinder in Uniform bei einem Schulausflug, Jugendliche auf dem Nachhauseweg, Mütter mit ihren Kleinkindern, die sich zu einem Plausch mit anderen treffen usw. Die Plaza ist eigentlich das soziale Zentrum der Stadt. Ob Alt ob Jung - alles trifft sich hier, sitzt auf einer der zahlreichen Bänke und unterhält sich oder liest ein Buch. Nach der Besichtigung der Stadt - wenn man alles "Sehenswerte" erkundet hat, ist dies der richtige Ort, das Erlebte zu verarbeiten, die Seele baumeln zu lassen und den Füßen nach den "Strapazen" der Stadtbesichtigung eine Ruhepause zu gönnen - die Betriebsamkeit des Tages scheint so langsam abzufallen. Bestellt man sich einen Kaffe, so sollte man sich nicht wundern, wenn man eine Tasse heißes Wasser oder heiße Milch serviert bekommt - auf der Untertasse liegt die Packung mit dem Instant Kaffee. Auch am Abend ist die Plaza ein beliebtes Ziel, die Kathedrale sowie die Arkaden mit ihren zahlreichen Restaurants sind wunderschön erleuchtet.
Klosteranlage: 200 m westlich liegt der Eingang zu Sta. Catalina, einer in ihrer Art wohl einmaligen „Klosterstadt“ mit malerischen Gassen, Plätzen, Innenhöfen. Der noch heute bewohnte Komplex zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Nach 400 Jahren der Abgeschiedenheit öffnete es 1970 seine Pforten für Besucher und versetzt einen geradewegs ins Mittelalter. Beim Betreten des Kreuzgangs wird der Blick frei auf die in zarten Pastellfarben gestrichenen Innenhöfe, die Küche, Sklavenquartiere und die steinernen Waschbütten. Die Wände des Klosters sind geschmackvoll in Pastellfarben (orange, rot, Hellbau) gestrichen; bunte Zierblumen auf den Fenstersimsen lockern die Sinfonie aus Stein zusätzlich auf. Von der Herkunft der andalusischen Angehörigen zeugen die Namen der Gassen, Arkaden und Plätze des Klosters: die Calle Córdoba, von deren Mauern sich leuchtend rote Geranien abheben, die Plaza Zocodóvar mit einem Granitbrunnen oder die Calle Sevilla mit Bogengängen und Treppen. Ungefähr 20 Nonnen leben noch in einem Teilbereich von Santa Catalina, das einst bis zu 500 Frauen beherbergte und die strengsten Aufnahmebedingungen aller Klöster in Peru hatte. Novizinnen mussten die spanische Abstammung nachweisen und eine Mitgift von 1.000 Goldpesos einbringen, um dem Orden beitreten zu dürfen. Innerhalb der Klostermauern galt ein strenges Armuts- und Schweigegelübde, dem jedoch kaum Folge geleistet wurde. Im Gegensatz zum einfachen Volk Arequipas fehlte es hier materiell an nichts – im Gegenteil: Die Nonnen hielten sich Dienerinnen, die ihnen profane Tätigkeiten wie Waschen, Kochen und Fegen abnahmen.

Bilder Arequipa


  www.huworeisen.deback top