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Titicacasee

Auch wenn der Titicacasee nicht der höchstgelegene See der Welt ist, so ist er doch mit seiner Größe (15 mal größer als der Bodensee) auf einer Höhe von über 3.800 m der höchstgelegenste See diesen Ausmaßes und Südamerikas größter See. Jedoch ist es nicht die Superlative, die diesen See ausmachen, sondern seine Mythen und Sagen, die ein jeder schon über den Titicacasee gehört hat sowie seine landschaftliche Schönheit dort oben in den Anden.
Im See liegt angeblich ein Teil des Inka-Goldes, das die Indios während der spanischen Eroberung ins Wasser warfen, damit es nicht in die Hände der Spanier fiel. Sogar Jacquey-Yves Cousteau beteiligte sich Ende der 60er Jahre mit einem kleinen U-Boot an der Schatzsuche. Das tiefblaue, kristallklare Wasser des Sees, die unberührte Schönheit der Inseln (hier kann man sich das Leben wie es vor hunderten von Jahren stattfand noch gut vorstellen), die bolivianischen Königskordilleren, auf die man mit etwas Glück einen Blick erhascht sowie die schwimmenden Schilfinseln machen den Reiz des Sees aus und lassen einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt auf dem See ist Puno, die größte, aber nicht gerade sehr attraktive Stadt am See. Da sie jedoch einige Unterkünfte, Restaurants, Internetcafés und Bars bietet, eignet sie sich besser als die Nachbarstadt Juliaca. Hauptsehenswürdigkeit Punos ist die Kathedrale an der zentralen Plaza mit ihrer eindrucksvollen Fassade, die zu den sehenswertesten Kirchen im Hochland zählt. Etwas außerhalb von Puno liegt ein phantastisches Hotel, künstlerisch gestaltet mit Blick auf den See.
Wenn man schon einmal an diesem See ist, sollte man auch den längeren Ausflug zur Insel Taquile unternehmen, die mit der Besichtigung einer der Schwimmenden Inseln der Urus kombiniert werden kann. Da die 45 km lange Fahrt dorthin etwa drei Stunden dauert, sollte man sich früh auf den Weg machen. Kleine Holzboote verlassen morgens den Hafen von Puno und die Fahrt führt zunächst durch das ziemlich grüne Wasser der Bucht Laguna de Chucuito. Bald schon erkennt man am Horizont die künstlich angelegten Inseln, die jedoch nur bei Hochwasser tatsächlich schwimmen. Allerdings ist es ein verrücktes Gefühl, wenn man sich auf der weichen Oberfläche, einem Gemisch aus Erde und Binsen, fortbewegt. Vorsicht ist am Rand der Inseln geboten. Auch die Häuser und Boote sind aus dem vergänglichen Schilfgras hergestellt und müssen immer wieder erneuert werden. Auch wenn die „Besichtigung“ der Insel mehr einem Zoobesuch ähnelt, so ist es trotzdem interessant sich auf einer solchen Insel zu bewegen. Von den Bewohnern werden die üblichen Souvenirs angeboten und man kann sich mit einem der typischen Schilfboote einmal um die Insel fahren lassen. Auch wenn es jetzt vielleicht dem ein oder anderen als touristischer Nepp vorkommt, so muss man sich jedoch vor Augen halten, dass solche Inseln von Menschen ernsthaft bewohnt wurden und werden und dies ihre Lebensgrundlage war und ist.
Nach dem Besuch dieser schwimmenden Inseln geht es auf die lange Fahrt zur Insel Taquile, weit draußen im Titicacasee. Die Fahrt ist angenehm, die Sonne scheint (allerdings sollte man sich je nach Reisezeit eine warme Jacke mitnehmen, da der Fahrtwind kalt sein kann) und mit etwas Glück sieht man die bolivianischen Kordilleren mit ihren schneebedeckten Bergen. Kurz bevor die Fahrt dann doch zu eintönig wird, endet sie auch schon und man hat eine der „tatsächlichen“ Inseln des Titicacasees erreicht. Nach einem steilen Aufstieg vom Anleger erreicht man das Dorf. Auf der kleinen Wanderung ergeben sich immer neue Ausblicke auf den See und die Vegetation der Insel.
Die Insel selbst ist etwa sieben Kilometer lang und nur einen Kilometer breit. Die Bewohner der Insel leben von der Textilherstellung und es sind vor allem die Männer, die die Wolle spinnen und die typischen langen Mützen stricken. Mit etwas Glück begegnet man auf dem Weg zum Dorf dem ein oder anderen strickenden Bewohner. Die Männer tragen schwarze Hosen und schöne Westen sowie ihre traditionellen, selbstgestrickten Mützen während die Frauen mehrere Schichten bunter Röcke und bestickte Blusen tragen.
Das Dorf selbst ist nicht besonders groß, aber es hat einen großen Versammlungsplatz mit einem kleinen Restaurant, in dem man sich stärken kann. Neben dem Restaurant gibt es eine Gemeindehalle, in denen die Arbeiten der Inselbewohner verkauft werden (Webereigenossenschaft). Hier haben die Bewohner einen Weg gefunden Fremde willkommen zu heißen, ohne ihren traditionellen Lebensstil aufzugeben. Das Leben der Inselbewohner scheint sich hier über Jahrhunderte nicht verändert zu haben und wie früher wird das Land mit traditionellen Geräten bestellt. Etwas „Außerhalb“ steht der Besucher und beschaut sich diese Idylle - und vielleicht schleicht sich wieder einmal der Gedanke ein, was braucht man eigentlich mehr. Sicherlich ist die Arbeit der Bevölkerung hart und einen Überfluss wie bei uns, wird es hier nie geben, allerdings sieht man oft die ganze Familie zusammen – die Männer kümmern sich um die Felder, die Frauen kochen auf dem Feld und die Kinder toben zwischen ihren arbeitenden Eltern.
Auf der anderen Seite der Insel führt ein ebenso steiler Weg, vorbei an den kleinen Gehöften der Dorfbewohner wieder hinunter zum Wasser wo das Boot für die Rückfahrt wartet. Noch einmal hat man Gelegenheit den See hoch in den Anden sowie das Erlebte auf der kleinen Insel im See, auf der die Zeit still zu stehen scheint auf sich wirken zu lassen. Fast etwas wehmütig verläßt man den See, der soviel Ruhe ausstrahlt. Das Boot führt noch einmal an den schwimmenden Inseln vorbei und der Sonnenuntergang bietet ein grandioses Schauspiel.

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