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Petra
Nach der Ruhe im Wadi Rum war die Ankunft in Petra sehr gewöhnungsbedürftig - hier herrschte Hochbetrieb. Auf dem Parkplatz konnten wir über 20 Busse zählen. Wow, das war echt ein Schock nach der Einsamkeit im Wadi Rum.
Es half aber Nichts, da mussten wir durch. Also machen machten wir uns auf den Weg zum Schatzhaus - 800 m bis zum Siq und dann 1.200 m durch den Siq; menschenfreie Stellen Fehlanzeige. Den beeindruckenden Siq konnten wir - immer noch verstört durch die ganzen Menschen - nicht so genießen wie er es eigentlich verdient hätte.
Am Schatzhaus angekommen verschlimmerte sich die "Abneigung" noch mehr. Überall standen Menschen mit ihren sch. Selfiesticks direkt vor dieser doch sehr eindrucksvollen Fassade des Khazne al-Firaun. Ein Bild ohne die sich darstellenden Menschen war unmöglich und so flüchteten wir schnell weiter, weg von dem was eigentlich einer der Höhepunkte der Reise sein sollte.
Entlang der Urnengräber entzerrte sich das Ganze etwas und die Menschenmassen waren nicht mehr so geballt. Wir entspannten uns und kletterten in das ein oder andere Grab und bewunderten die unterschiedlichen Farben des Sandsteins. Hier hinten gefiel es uns schon besser und wir nahmen das Kloster Al-Deir in Angriff.
Durch die Kletterei im Wadi Rum waren unsere Knie schon arg belastet worden und so nahmen wir uns für die 850 Stufen hoch zum Kloster einen Esel, der uns in der Hälfte der Zeit dort hinbrachte. Hier mussten wir unser Hirn ausschalten und wegen unserer körperlichen Unzulänglichkeiten etwas tun, was wir normalweise nicht getan hätten - aber wir wollten das Kloster stehen und eine Alternative gab es nicht.
Ein Stück musste trotzdem noch zu Fuß zurückgelegt werden und bereits dies war für das Knie zu viel (nach dem Urlaub wurden 3 Spritzen Wasser herausgezogen).
Oben angekommen bot sich uns ein grandioser Blick auf das Kloster und zu unserer Freude, hielten die Menschen gebührenden Abstand zum Kloster und man konnte es in seiner Schönheit genießen ohne die sonst so typisch posierenden Wahnsinnigen!
Al-Deir ist schöner wie das Schatzhaus, nur nicht so berühmt. Den Abstieg machten wir dann selbst - ohne Esel - und betrachteten in der goldenen Stunde die Wand mit den Gräbern. Am Ende des Tages genossen wir in der Bar des Mövenpicks - dreckig vom Klettern wie wir waren - zwei große, frisch gezapfte, herrlich kalte Amstel Biere. Wow was für ein Tag - Al-Deir hatte uns mit Petra wieder versöhnt.
Der Tag war aber noch nicht zu Ende; wir hatten einen Tag erwischt an dem Petra by night stattfand. Also standen wir um 20:30 wieder am Visitor Center und machten uns erneut auf den Weg zum Schatzhaus. Der Siq war mit kleinen Kerzen beleuchtet wie auch der Platz vor dem Schatzhaus. Leider waren zu viele Menschen dort, die mit Blitzlicht und Selfies vor stockfinsterer Kulisse die Atmosphäre verdarben.
Dank des Muezzins um 4:15 am nächsten Morgen waren wir so wach, dass wir um 6:00 Uhr bei den ersten Besuchern waren. Der Platz vor dem Schatzhaus war herrlich leer und man konnte es in aller Ruhe genießen. Anstrengend aber lohnenswert war der Weg mit über 800 Stufen hoch zum Aussichtpunkt auf das Schatzhaus.
Wadi Rum und Petra haben uns voll überzeugt und uns gezeigt, dass auch mit wenig Zeit viel gesehen werden kann. Wir hatten in Jordanien lediglich vier Tage mit Fahrzeiten (Amman - Petra 300 km) und frühem Sonnenuntergang, aber wir haben alles und noch viel mehr gesehen, was wir sehen wollten.