HuWo Reisen
    
   


  
Brooks Falls, Katmai N.P.
Nachdem wir unsere Koffer im Hotel ins Storage gebracht hatten fuhren wir mit dem Shuttle zum Flughafen. Von da aus ging es mit einem kleinen Flieger (Bestuhlung 2 – 1) nach King Salmon – ein ca. 1:10 Stunden dauernder Flug. King Salmon ist wirklich in the middle of nowhere und der Airport winzig – aber es ging noch kleiner. Mit einem Van wurden wir zum Fluss und der dort angesiedelten Katmai Air gebracht. Leider verzögerte sich der Abflug etwas, da die Flieger in Brooks aufgrund eines Bear Jam mal wieder auf ihre Passagiere warten mussten.
Irgendwann kamen sie dann aber und wir konnten für unseren 20minütigen Flug ins Wasserflugzeug einsteigen. Außer der „Leere“ war nicht viel zu sehen. Von oben konnten wir aber die Armada der Wasserflugzeuge am Strand des Naknek Lakes sehen. Unser Pilot machte uns auf den Bären rechts der Flieger aufmerksam und konnte nicht einparken, weil auf der linken Seite – dort wo er anlanden sollte auch ein Bär stand. Na prima, fängt ja schon gleich richtig gut an. Die Flugzeuge wurden etwas auseinandergeschoben und so fanden wir noch einen Platz in der Mitte, eingekeilt von dem Bären rechts und dem Bären links. Aber was hatten wir erwarten – deshalb waren wir hier!
Das Aussteigen verlief schnell – der Bär links hatte sich entschieden am Strand entlang zu spazieren! Also ging es für uns alle recht zügig zur Ranger Station in der wir unsere Bärenschule absolvieren mussten. Allerdings nicht bevor der dicke Kerl keine 20 m von uns entfernt vorbeilief, vollkommen unberührt von der staunenden Schar Neuankömmlinge.
Durch die Einweisung der Ranger wurde uns dann endgültig klar worauf wir uns hier eingelassen hatten. Die Bären waren überall und man musste jederzeit und überall mit ihnen rechnen – sie sind die eigentlichen Herrscher über das Camp.
Wo sonst als in Brooks kommt man um die Ecke einer Hütte und ist keine 5 m von einer Bärin entfernt, die sich wie der brave Hund zu Hause die Lefzen im Gras reibt, gefolgt von ihren kleinen kiddies. Wo sonst beobachtet man auf einer Anhöhe eine Bärenfamilie im darunterliegenden Marsch und wird von zwei herumtollenden Jährlingen umgerannt. Wo sonst schaut man aus der Hütte beim Zähneputzen und schaut in das Gesicht einer Bärenmama, die ihre Jungen beim Klettern auf einen Baum beobachtet und es sich sitzend an der Wand unserer Hütte gemütlich gemacht hat. Das ist Brooks – wir mussten schnell lernen und vor allem unsere anfängliche Angst in den Griff bekommen!
Die Einweisung war sehr gut und ehrlich gesagt hat sie einem von uns einige Tage später wenn nicht das Leben, dann jedoch zumindest vor schweren Verletzungen gerettet. Also jeder der nach Brooks fährt oder sich in Alaska in der Nähe von Bären aufhält, sollte an so etwas einmal teilnehmen. Es hilft die Situation einzuschätzen und richtig zu reagieren.
Nach der Schulung bekamen wir unsere Unterkunft zugewiesen und hatten Glück, dass wir eine alleinstehende Hütte hatten. Von der Terrasse aus konnten wir schon fünf Bären beobachten. Wow, sie waren tatsächlich da und wir auch!
Nach Bezug der Hütte machten wir uns direkt auf den Weg zu dem Wasserfall – alleine, was ein Fehler war und uns 40 ziemlich unruhige Minuten bescherte.
Der Weg zu den Brooks Falls führt durch einen Wald und überall rechts und links des Weges sieht man das von den Bären plattgedrückte Gras – ihre Wanderwege. Die Situation war uns so unheimlich, dass wir nie wieder alleine zur Plattform gegangen sind – wir haben uns immer einer Gruppe angeschlossen. Der Rückweg bei dem ein Braunbär an uns vorbeilief war dann nicht mehr so schlimm, da wir in einer Gruppe waren.
Grundsätzlich muss man aber auch sagen, dass die Bären überhaupt kein Interesse an uns haben – sie leben im Paradies, zumindest im Juli. Es gibt Fisch so viel sie wollen und sie assoziieren den Menschen nicht mit Futter. Die Ranger achten darauf, dass kein Essen nach draußen getragen wird so dass durch Zufall der Bär den Menschen dadurch mit Nahrung in Verbindung bringt. Die Küche der Lodge hatte eine Entlüftung, die uns fast unheimlich war. Morgens wurden Speck und Eier en Masse gebraten jedoch geriet dieser Duft nie nach draußen. Einfach unglaublich!
Wir verbrachten die Tage in Brooks zwischen der Lodge, den beiden Plattformen, der Brücke – wenn es mal wieder einen Bear Jam gab und am Strand. Bären haben wir so viele gesehen, wie wir uns das nicht haben träumen lassen. Brooks ist ein ganz besonderer Ort – wir hoffen, dass er noch lange so existiert wie wir es erleben durften.


  www.huworeisen.deback top