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McArthur/Kennecott Copper Mine
Unser Gepäck ließen wir im Hotel, denn es lagen 60 Meilen auf einer Schotterpiste vor uns. Die ersten 10 Meilen waren so steinig und holprig, dass wir schon fast wieder umgekehrt wären - wir kamen gerade mal mit 20 mph voran. Gott sei Dank besserte sich der Zustand der Piste und wir waren dann doch recht flott unterwegs. Am Ende der Strecke gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz auf dem wir unseren Wagen stehen ließen. McArthur und Kennecott sind ab da dann nur noch per Shuttle oder zu Fuß zu erreichen.
Im Vorfeld hatten wir schon eine Tour durch die Mine gebucht obwohl wir eigentlich lieber selbst erkunden ohne den bei Touren so üblichen Gruppenzwang! Da wir aber relativ früh unterwegs waren konnten wir vor der gebuchten Tour noch zur Mine gehen und uns diese in aller Ruhe ansehen und bei strahlend blauem Himmel genießen. Der Fotoapparat stand nach dem ruhigen Fahrtag nicht still.
Trotz Hochsaison waren kaum Menschen da - das hatten wir uns alles viel schlimmer vorgestellt. Mit der Führung durften wir in den 14-geschössigen Turm in der das Kupfer durch "Rütteltechnik" gewonnen wurde. Grandios war die Aussicht aus der 13. Etage auf die Mine und die umliegenden Berge. Allein für diesen Blick hat sich die Tour gelohnt. Insgesamt dauerte sie dann fast 5 Stunden anstelle der geplanten 4. Wir kamen so in einige der Gebäude herein und konnten uns dort in Ruhe umsehen und fotografieren.
Am Ende der Tour gingen wir noch Richtung Gletscher, da wir ein Bild von der Mine von vorne machen wollten. Dazu musste man einen ziemlich steilen und rutschigen Hang hinunterklettern. Unser Blick war auf den Weg gerichtet und das Brüllen eines Bären ließ uns zu Stein erstarren - daran hatten wir seit Brooks überhaupt nicht mehr gedacht. Wir waren froh unserem "Trauma" in jedem Hund einen Bären zu sehen entronnen zu sein und hatten das Thema komplett verdrängt, schließlich waren wir nicht mehr in Brooks. Dass es sie auch noch an anderer Stelle in Alaska Bären gab, war jetzt nicht so präsent bei uns! Grober Fehler.
Keine drei Meter entfernt - mit den nächsten zwei Schritten hätten wir auf seinem Rücken gesessen - stand ein ausgewachsener Schwarzbär und machte seinem Unmut über diese ignoranten Städter Luft.
Uns fielen direkt drei Dinge aus der Bärenschule ein:
. wenn Du den Bären hörst, ist es "fast" schon zu spät - er ist super gereizt!
. nicht weglaufen - einfacher gesagt als getan ist
. beruhigend auf ihn einreden - da sollte einem dann nicht die Stimme versagen
Nach einer kurzen Überlegung Angriff, was ja manchmal die beste Verteidigung ist sprich ihn anschreien und wild mit den Armen gestikulieren um ihn damit zu vertreiben oder Rückzug entschieden wir uns für den Rückzug. Wir redeten beruhigend auf ihn ein während wir gleichzeitig langsam rückwärts wieder den Hang hinaufkletterten - was ohne die Panik in uns schon schwierig genug war.
Wir hatten Glück und uns für das richtige Handeln entschieden. Als er merkte, dass wir keine Bedrohung für ihn waren wandte er sich wieder den Beerenbüschen zu.
Ohne die Einweisung der Ranger in Brooks hätten wir hier schnell einen fatalen Fehler machen und große Probleme kriegen können. Die Aussage Schwarzbären greifen keine Menschen an ist seit spätestens diesem Jahr revidiert nachdem in den USA bereits im Frühsommer zwei Menschen durch Schwarzbären zu Tode gekommen waren.
Wir beobachteten ihn noch etwas aus sicherer Entfernung und gingen dann zurück zur Mine. Auf das Foto weswegen wir ja ursprünglich nach unten gegangen waren, haben wir dankend verzichtet.
Nachdem wir uns am Food Truck essens- und getränketechnisch gestärkt hatten wich auch langsam der Schock. Wir schworen uns wieder etwas vorsichtiger zu sein und genossen noch ein wenig die tolle Aussicht in der Sonne bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Wir bedauerten, dass wir nicht etwas anders geplant hatten - gerne wären wir hier im Hotel ein oder sogar zwei Nächte geblieben und hätten noch die ein oder andere Wanderung gemacht. Es gefiel uns hier ziemlich gut was aber auch an dem phantastischem Wetter lag.
Die Rückfahrt war lang - mussten wir nicht nur die off road Strecke zurück nach Chitina sondern dann auch noch weiter bis Valdez am Prince William Sound. Dort empfing uns aber auch mal wieder ein "richtiges" Motel mit allen Annehmlichkeiten (Food network, 24 Stunden Kaffe, Ice machine, eigenes Restaurant, usw.), wobei wir uns nicht über die anderen beschweren wollen, die waren alle klasse nur gibt es die ein oder andere Selbstverständlichkeit nicht in jedem Hotel.

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